Eines unserer wichtigsten Sinnesorgane: Das Gehör

Ob am Tag oder in der Nacht: Unsere Ohren sind immer aktiv. Sie ermöglichen es uns, am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben, warnen uns vor Gefahren und tragen dazu bei, dass wir die Welt „mit allen Sinnen erleben“ können. Damit unser Hörvermögen uns im Alter erhalten bleibt, sollte das Gehör regelmäßig überprüft werden. Und auch wir selbst können im Alltag dafür sorgen, dass unsere Ohren vor Lärm und schädlichen Umwelteinflüssen geschützt sind.

Nur mit zwei Ohren können wir räumlich hören und erkennen, aus welcher Richtung Stimmen oder Geräusche kommen. Schon für unsere Urahnen war diese Zuordnung unverzichtbar, beispielsweise um Gefahrenquellen erkennen oder Beutetiere ausfindig machen zu können. Durch das räumliche Hören ist es außerdem leichter, mehrere Schallquellen voneinander zu trennen, zum Beispiel Umweltgeräusche und die Stimme unseres Gesprächspartners.

Wenn das Hörvermögen gemindert ist, treffen Schallinformationen nur noch unvollständig und weniger deutlich im Gehirn ein. Dieses muss die entstehenden Lücken dann füllen und mit den passenden Informationen ergänzen. Ein anstrengender Prozess, der bei Menschen mit Hörminderung zu Ermüdung führen kann, vor allem wenn sie in ihrem Alltag vielen  unterschiedlichen Schallquellen ausgesetzt sind.

Auch wenn man es vermuten würde: Nicht jeder nimmt dasselbe Geräusch auch auf dieselbe Art und Weise wahr. Je nachdem, wie das Gehirn den Schall verarbeitet und wie gut geschult das Gehör ist, unterscheidet sich die Hörwahrnehmung von Mensch zu Mensch. Deshalb ist es auch so wichtig, dass ein Hörgerät individuell eingestellt wird – damit Sie Ihre Umwelt so wahrnehmen, wie Sie es gewohnt sind und es zu Ihren Hörgewohnheiten passt.

Schaubild Aufbau Ohr von Ohrmuschel bis Gehirn

Ohrmuschel

Die Ohrmuschel nimmt die eintreffenden Schallwellen auf und sorgt dafür, dass sie durch den äußeren Gehörgang zum Trommelfell weitergeleitet werden.

Trommelfell

Das Trommelfell ist eine empfindliche Membran, die durch den Schall in Vibrationen versetzt wird. Diese werden von den Gehörknöchelchen verstärkt und an das Innenohr weitergeleitet. 

Schwingungen der Gehörknöchelchen

Die Schwingungen der Gehörknöchelchen werden in Impulse umgewandelt. Diese wiederum werden über die Haarsinneszellen sowie den Hörnerv zum Gehirn weitergeleitet. 

Gehirn

Im Gehirn befindet sich das Hörzentrum, in dem die eintreffenden Signale schließlich interpretiert werden. 

 

Was ist ein Hörverlust

Ein Hörverlust bedeutet, dass bestimmte Töne oder Sprachfrequenzen nicht mehr vollständig wahrgenommen werden können. Er kann plötzlich oder schleichend auftreten und unterschiedliche Ursachen haben. Je nach Ausprägung beeinflusst er Kommunikation, Orientierung und Lebensqualität – eine frühzeitige Diagnose ist daher besonders wichtig. 

Gespräche wirken gedämpft oder unverständlich

Fernseher oder Radio werden lauter gestellt

Hintergrundgeräusche stören das Sprachverstehen

Stimmen klingen undeutlicher oder verzerrt

Man bittet häufiger um Wiederholungen

Soziale Situationen werden zunehmend gemieden

 

Was tun gegenDie Hörentwöhnung?

Hörentwöhnung entsteht, wenn das Gehör über längere Zeit zu wenig gefordert wird. Das Gehirn „verlernt“, Geräusche richtig zu verarbeiten. Mit gezieltem Training und konsequenter Nutzung von Hörsystemen lässt sich die Hörfähigkeit wieder aktivieren und verbessern – je früher, desto besser. 

Hörtraining mit Fachbegleitung

Regelmäßiges Tragen des Hörgeräts

Geduld und tägliches Üben

Aktives Zuhören in verschiedenen Situationen

 

Unversorgter Hörverlust führt zur Erhöhung der Demenzrisiken und Isolation

Ein unbehandelter Hörverlust kann das Risiko für Demenz und soziale Isolation deutlich erhöhen. Wenn das Gehirn dauerhaft weniger Hörreize erhält, werden bestimmte Bereiche unterfordert. Gleichzeitig ziehen sich Betroffene oft zurück, weil Gespräche anstrengend werden. Frühzeitige Versorgung mit Hörsystemen kann diese Risiken nachweislich senken und geistige Fitness erhalten. 

In den vergangenen Jahren haben namhafte wissenschaftliche Studien gezeigt, welch große Rolle Hörgeräte bei der Vorbeugung und Behandlung von Demenz spielen können. Unter Experten gilt Schwerhörigkeit als der größte beeinflussbare Risikofaktor bei Demenz.


Eine frühzeitige Behandlung von Hörverlust ist deshalb sehr wichtig, ein kostenloser Hörtest bei einem Hörakustiker oder HNO-Arzt bei Anzeichen von erstem Hörverlust ein absolutes Muss. 

Warum Hörgeräten eine so wichtige Funktion zukommt bei der Vorbeugung von Demenz, ist leicht zu erklären. Schon eine leichte Hörminderung führt zu einer dauerhaft hohen Belastung bestimmter Bereiche des Gehirns, weil Hören dann eine besonders starke Konzentrationsleistung erfordert.

Da die Kapazität der Hirnleistung begrenzt ist, führt dieser Zustand dazu, dass andere Hirnleistungen vernachlässigt werden. Wird das Hören vor allem im Gruppen-Umfeld zu anstrengend, ziehen sich die betroffenen Menschen immer mehr zurück, die soziale und damit auch geistige Aktivität lässt weiter nach.

So kommen zwei große Risikofaktoren für Demenz zusammen: Die einseitige Konzentration auf das Hören, führt zu einer Vernachlässigung anderer Bereiche des Gehirns, das Gehörte wird beispielsweise schlechter abgespeichert.

Der zweite Faktor ist die soziale Isolation. Wird das Hören zu anstrengend, reduzieren die Betroffenen ihre sozialen Kontakte. Die geringere Kommunikation und auch verminderte akustische Reize aus der Umgebung wie Vogelzwitschern, Windgeräusche oder Kinderlachen führen zu einer schleichenden Vereinsamung. Beide Faktoren begünstigen eine Demenzerkrankung.

Zum Glück lässt sich eine Hörminderung sehr gut und „nebenwirkungsfrei“ behandeln. Moderne Hörgeräte können Hörverlust sehr gut ausgleichen und dem beschriebenen Verlust an Gesundheit und Lebensqualität entgegensteuern.

Unsere Kunden berichten uns immer wieder, wie groß der Gewinn an Lebensqualität und Lebensfreude durch die Hörhilfen für Sie sind. Gerade im Hinblick auf Demenz sollten Eitelkeit oder finanzielle Erwägungen einer Behandlung von Schwerhörigkeit nicht im Wege stehen.

Moderne Hörgeräte, vor allem In-Ohr-Hörgeräte (siehe Abbildung), sind sehr unauffällig. Und auch die preisgünstigen Modelle (Nulltarif) sind so leistungsstark, dass diese Argumente nicht mehr gelten.

Je früher eine beginnende Schwerhörigkeit mit einem Hörgerät behandelt wird, desto geringer ist das Risiko einer Demenzerkrankung. Je länger Sie warten, desto mehr muss das Gehirn sich an das veränderte Hören anpassen, eine Leistung die dem Gehirn mit zunehmendem Alter immer schwerer fällt.

Grundsätzlich gilt: Wird ein Hörverlust nicht behandelt, baut der Mensch deutlich schneller geistig ab. Das hat zuletzt eine umfangreiche Studie der Universität in Bordeaux gezeigt. Während ein unbehandelter Hörverlust das Demenzrisiko um ein Vielfaches erhöhte, konnten Hörgeräteträger und Hörgesunde ihre geistige Fitness gleichermaßen bewahren.

Schon eine geringgradige Schwerhörigkeit, die unbehandelt bleibt, verdoppelt das Demenzrisiko der Betroffenen. Von den rund 3.500 Tausend Teilnehmenden einer Langzeitstudie der Universität Leipzig entwickelten rund 25 Prozent eine Demenz, die mit einem Hörverlust in Verbindung stand.

Kein anderes Sinnesorgan hat so großen Einfluss auf die geistigen Fähigkeiten wie das Hören, eine Sehbehinderung hatte dagegen keinen Einfluss auf eine Demenzerkrankung.

Die Schwerhörigkeit im Alter hängt vor allem von den beweglichen Haarzellen im Innenohr ab. Diese sind in der „Hörschnecke“ in verschiedene Bereiche (Frequenzen) angesiedelt. Mit zunehmendem Alter verkümmern diese Haarzellen, in den unterschiedlichsten Frequenzen. Da die Haarzellen aber für die Umwandlung der akustischen Wellen in elektrische Impulse zuständig sind, werden bestimmte Regionen im Gehirn, nicht mehr ausreichend stimuliert. 

Die so schwächer werdenden Signale des Gehörs beeinträchtigen die Funktion der Nervenzellen im Hippocampus, wodurch Gedächtnisinhalte verloren gehen können. Das Gehirn kann so die ankommenden Signale nicht mehr richtig interpretieren, so dass die Sprachverständlichkeit darunter leidet.

Aber welches Hörgerät ist bei Altersschwerhörigkeit das Richtige? Einige Hersteller werben mit Hörgeräte-Technologien, die in besonderem Maße die Klangverarbeitung des Gehirns berücksichtigen, also dass Gehirn bei der Interpretation der Klänge besonders unterstützen.

Bei einer bereits vorhandenen Demenz spielt außerdem die Handhabung eines Hörgeräts eine Rolle. Bei einem zu starken Hörverlust, ist möglicherweise sogar ein Implantat die beste Lösung. Lassen Sie sich dazu gerne in Ruhe von uns beraten. 

Leben Sie in Dortmund, in Wuppertal oder in der Umgebung? Dann vereinbaren Sie am besten gleich einen Beratungstermin bei uns. Unser Team freut sich darauf, Sie kennenzulernen.

 

Mit HörPlatz GmbH:Der Weg zum WiederHÖREN

Diagnose eines Hörverlustes

Die Diagnose eines Hörverlustes erfolgt präzise durch modernste Messverfahren und fachkundige Höranalyse.

Behandlung & Therapie

Behandlung und Therapie zielen darauf ab, Ihr Hörvermögen gezielt zu verbessern und nachhaltig zu erhalten.

Schrittweise Wiederherstellung 

Die schrittweise Wiederherstellung des Hörens erfolgt individuell, behutsam und abgestimmt auf Ihr Hörprofil.

FAQHäufig gestellte Fragen

Ein Hörverlust entwickelt sich oft schleichend. Viele Betroffene bemerken zunächst nur, dass Gespräche anstrengender werden oder sie häufiger nachfragen müssen. Fernseher und Radio werden lauter gestellt, Vogelgezwitscher oder hohe Stimmen klingen leiser. Oft fällt das Problem zuerst Angehörigen auf. Wenn Sie bemerken, dass Sie in lauten Umgebungen Mühe haben, Sprache zu verstehen, sollten Sie einen Hörtest machen. Je früher eine Hörminderung erkannt wird, desto besser lässt sie sich ausgleichen – und desto leichter gewöhnt sich das Gehirn wieder an klares Hören.

Ein Hörtest ist völlig schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten. In einem schallisolierten Raum hören Sie verschiedene Töne und Sprachsequenzen über Kopfhörer. Dabei wird gemessen, welche Frequenzen Sie in welcher Lautstärke wahrnehmen. Die Ergebnisse werden anschließend in einem Audiogramm dargestellt und gemeinsam mit Ihnen besprochen. So lässt sich genau feststellen, ob ein Hörverlust vorliegt und in welchem Bereich er sich befindet. Auf dieser Grundlage kann eine individuelle Hörlösung empfohlen werden, die optimal zu Ihrem Alltag passt.

Nein – moderne Hörsysteme sind kleine technische Wunderwerke. Viele Modelle sind so unauffällig, dass sie kaum sichtbar sind. Es gibt sowohl elegante Hinter-dem-Ohr-Geräte in Haut- oder Haarfarbe als auch winzige Im-Ohr-Systeme, die fast vollständig im Gehörgang verschwinden. Darüber hinaus bieten aktuelle Modelle smarte Funktionen wie Bluetooth, App-Steuerung und Musikstreaming. Sie entscheiden selbst, ob Sie ein diskretes oder ein technikbetontes Design bevorzugen. Wichtig ist: Moderne Hörgeräte sind nicht mehr mit den auffälligen Modellen von früher zu vergleichen.

Das ist sehr individuell. Das Gehirn muss sich nach einer längeren Hörentwöhnung erst wieder an neue Klänge gewöhnen. Viele Menschen empfinden die ersten Tage mit Hörgerät als intensiv, weil sie plötzlich wieder Geräusche hören, die lange gefehlt haben. Mit etwas Geduld und regelmäßigem Tragen gewöhnt sich das Gehör jedoch schnell daran. Nach etwa zwei bis vier Wochen erleben die meisten Nutzer bereits ein deutlich natürlicheres Hörgefühl. Unser Team begleitet Sie während dieser Anpassungsphase eng und unterstützt Sie mit Tipps und Feinanpassungen, damit Sie sich schnell wohlfühlen.

Regelmäßige Pflege ist entscheidend für die Lebensdauer Ihres Hörsystems. Trocknen Sie Ihr Hörgerät täglich über Nacht in einer speziellen Trockenbox, um Feuchtigkeit zu vermeiden. Reinigen Sie es vorsichtig mit einem Mikrofasertuch und entfernen Sie Cerumenreste mit geeigneten Hilfsmitteln. Batterien oder Akkus sollten regelmäßig überprüft werden. Zusätzlich empfehlen wir professionelle Wartungen und Reinigungen in unserer Fachpraxis – dabei prüfen wir alle Funktionen, tauschen Filter und Schläuche bei Bedarf aus und sorgen für optimalen Klang. Mit der richtigen Pflege bleibt Ihr Hörsystem zuverlässig, hygienisch und leistungsstark über viele Jahre hinweg.